Verbesserungen in der Land- und Forstwirtschaft

"Pro Mestia Georgien" hat in  einer Retraite im Mai 2007 in Cholashi mit Fachleuten des biologischen Landbaues aus der Schweiz und aus Georgien Prioritäten gesetzt. Seither entwickelt sich eine intensive Zusammenarbeit mit "Elkana", der georgischen Institution für Biolandbau. www.elkana.org.ge

 

Ziel ist eine reichhaltigere Ernährung für Mensch und Tier und die Schonung der Umwelt. Es sollen wieder Hirse, Brotgetreide und vermehrt Leguminosen und Kohlarten angebaut werden. Es ist alarmierend, dass die Agrobiodiversität sinkt und in manchen Dörfern Ende Winter Ernährungsenpässe sind.

 

Fruchtfolge und Kartoffeln

 

Da die Regeln der Fruchtfolge nicht mehr eingehalten werden, haben die überlebenswichtigen Kulturen gelitten.

Kartoffeln sind in Swanetien eine der Hauptkulturen. Ihre Ernte spielt bei der Versorgung für Mensch und Tier eine wichtige Rolle. 2008 fiel die Ernte in der Region sehr klein aus. "Pro Mestia Georigen" hat daraufhin in Zusammenarbeit mit "Elkana" Saatkartoffeln in fünf Dörfern verteilt. Gleichzeitg wurde über den Umgang damit informiert.

 

Zusammenhänge zwischen Ernährung - Gesundheit und Weiterbildung in der Landwirtschaft

 

Die Bevölkerung lebt fast ausschliesslich von Selbstversorgung. Jeder Haushalt verfügt über einen privaten Gemüsegarten. Dieser ist Sache der Frauen. Alle sorgen sich selbständig um die Samen für das kommende Jahr. Hier gibt es Engpässe. „Pro Mestia Georgien“ wurde in der Vergangenheit immer wieder um Gemüsesamen angefragt.

 

Im 2007 und 2008 wurden an 47 Haushalte in Cholashi und an 27 Haushalte im Nachbardorf Lachiri Samen verteilt von Fenchel, Randen, Buschbohnen, Erbsen, Gartenkürbis, Karotten, Zwiebel, Radieschen, Gewürzen, Sonnenblumen und Ringelblumen. Es handelt sich um Samen, die nach den Kriterien der einheimischen Flora ausgewählt wurden. Seit 2009 werden die Dörfern Jhabeshi, Tswirmi und Ushguli in das Programm einbezogen und beraten.

 

Weiterbildung

 

Für Frühjahr 2008 hat "Pro Mestia Georgien" mit "Elkana" vereinbart, erstmals einen Basiskurs Landwirtschaft und einen Kurs für Tierhaltung für die Bäuerinnen und Bauern in Cholashi abzuhalten. Das Interesse war gross. Bis Ende 2009 wurden neun Weiterbildungen in den Dörfern Jhabeshi, Tswirmi, Lachiri und Ushguli organisiert. Einige davon wandten sich speziell an Jugendliche. Fast 200 Personen nahmen daran teil. Wichtige Themen sind der Hausgarten, die Fruchtfolge, die Verbesserung der Kartoffelkulturen und die Obstbäume. Um die Nachhaltigkeit zu garantieren werden in Zukunft die Dörfer jährlich zwei bis drei  mal von Vertretern von "Elkana" im Auftrag von "Pro Mestia Georgien" besucht und betreut.

 

Versuchsgarten 

 

Im Versuchsgarten in Cholashi werden seit 2007 geeignete Samensorten ausprobiert und dem örtlichen Klima angepasst. Er dient den Lehrpersonen von "Elkana" als Demonstrationsfeld für die Jahresarbeit im Pflanzgarten. Dazu gehören, Mulchen, Kompostzubereitung, Biomethoden für Pflanzenschutz und Düngung und, weil es kaum Werkzeug gibt, Aussaat ohne vorher zu pflügen. In Cholashi, Tswirmi und Ushguli wurden kleine Treibhäuser erstellt. Darin werden Setzlinge von Paprika, Kürbis, Tomate und Gurke, nachdem sie traditionell unter Hausbedingungen gezogen werden, im Treibhaus gepflegt und dann in den Hausgarten versetzt. So wird die Vegetationszeit verlängert.

 

Der Sektor Landwirtschaft von "Pro Mestia Georgien" wird von Privatpersonen, der Parrotia Stiftung und vom Lotteriefonds des Kantons Bern grosszügig unterstützt. 

 








Kurse für Landwirtschaft in fünf Dörfern



Kampf dem Kartoffelkäfer mit biologiscn Mitteln (2009)







Pflanzgärten - Ankündigung für Samenbezug (2007)

Tierhaltung

 

Kurse zu Tierzucht und Regeln der Viehpflege haben sich als sehr hilfreich erwiesen.

Die meisten Tiere weiden ausserhalb von eingezäunten Bereichen. Diese Allmenden sind kurz gefressen, d.h. es bleibt keine Erholungszeit für das Nachwachsen, die Wurzelung ist schlecht ausgebildet. Die Tiere (Kühe, Ochsen, Pferde, Schweine, Ziegen und Schafe) sind oft unterernährt. Sie erhalten auch zu wenig Wasser, haben weite Wege zum Bach. Die Jungtiere werden oft unsachgemäss gehalten.

Die Melkhygiene wurde in den Kursen thematisiert, weil sich die Milchproben als ungenügend erwiesen. Die Bakterienverunreinigung war zu hoch. Bevor eine weitere Vermarktung stattfinden kann, müssen hier Verbesserungen angestrebt werden.

 








Nutztiere

Schutz des Waldes - Erosion bekämpfen

 

Die Bewaldung über dem Dorf Cholashi ist in schlechtem Zustand. Es sind dringend Massnahmen nötig. Gespräche mit der Bevölkerung und dem Gemeindepräsidenten zeigen, dass man sich der Problematik bewusst ist und Etwas dagegen unternehmen möchte. Das Schlagen von Bäumen ist im Schutzwald über dem Dorf Cholashi seit einigen Jahren verboten. Die Schäden sind sehr sichtbar.

 

Eine von "Pro Mestia Georgien" im 2007 erstellte Umzäunung von 50 x 75 m schützt Jungbäume vor weidenden Tieren und vor Wildfrass. Das Beispiel soll nachgeamt werden.

 

Neben der Aufforstung des Schutzwaldes braucht es Massnahmen mit Hangverbauungen v.a. im Zusammenhang mit den Bächen links und rechts von Cholashi. Der erste Bach zwischen Cholashi und Lachiri bietet bei jedem Unwetter Probleme und ist oft für Fahrzeuge unpassierbar. Somit ist Cholashi immer wieder von Mestia abgeschnitten. Es gibt keine Fussgängerbrücke. Im Winter gibt es grosse Lawinengänge.

Nach dem verheerenden Starkregen vom Frühjahr 2004 hat die Regierung bei den Fahrübergängen einige Verbauungen mit Steinpaketen in Metallgittern erstellt.

 






Zeichen der Erosion

Umweltbewusstsein / Abfall

 

"Pro Mestia Georgien" möchte die weitgehend unversehrte Umwelt in Cholashi erhalten und das Bewusstsein dafür fördern. Zwar gibt es verglichen mit unserer Lebenshaltung wenig Abfall. Das Meiste landet im Feuerofen der Küche. Unbrennbares und grössere Dinge liegen oft am Ufer des Baches. Leider kommt auch Kuhmist dorthin, weil viele nicht wissen, wie kostbar dieser für Gärten und Weiden ist.

 

Als erster Schritt wurden beim Gemeindehaus drei Container placiert, einer für Plasticflaschen, einer für Metall, einer für Glas. Glasflaschen können wieder verwendet oder zerkleinert als Füllstoff im Bauwesen eingesetzt werden. Metall und Plastic wird von den Einheimischen bald als Rohstoff entdeckt werden, den man verkaufen kann.

 

 




Abfallhügel am Bach - Sortiercontainer